Ratgeber · Shopware 6
Lieferanten-Preisliste in Shopware 6 importieren
Lieferanten schicken ihre Artikeldaten fast nie im Format, das Shopware erwartet. Mal ist es eine Excel-Datei mit Titelzeile und Logo, mal eine CSV mit Komma statt Semikolon, mal eine PDF. Dieser Ratgeber zeigt, wie der Import mit Shopware-Bordmitteln funktioniert, wo die typischen Fehler liegen und wann sich ein Werkzeug lohnt.
Der Weg mit dem eingebauten Import/Export
Shopware 6 bringt unter Einstellungen → Shop → Import/Export einen Import für Produkte mit. Er arbeitet mit Profilen: Ein Profil legt fest, welche Spalte der Datei in welches Shopware-Feld geschrieben wird.
- Datei aufbereiten. Öffnen Sie die Lieferantendatei in Excel oder LibreOffice. Entfernen Sie Titelzeilen, Leerzeilen, Zwischenüberschriften und zusammengeführte Zellen, sodass genau eine Kopfzeile und darunter nur Artikel stehen.
- Spalten anpassen. Benennen Sie die Spalten so, dass sie zu Ihrem Profil passen, oder legen Sie ein eigenes Profil mit einer Zuordnung zu den Spaltennamen des Lieferanten an.
- Pflichtangaben ergänzen. Für neue Produkte braucht Shopware mindestens Artikelnummer, Name, Preis, Steuersatz und Bestand. Fehlt etwas davon in der Lieferantendatei, müssen Sie die Spalte selbst anlegen und füllen.
- Als CSV speichern. Der Import liest CSV, keine Excel-Dateien. Speichern Sie als CSV UTF-8 mit Semikolon als Trennzeichen.
- Testen. Importieren Sie zuerst zehn Zeilen und prüfen Sie die Produkte im Shop, bevor Sie die ganze Datei einspielen.
Das funktioniert – solange der Lieferant jedes Mal dieselbe Datei schickt und Sie die Aufbereitung jedes Mal gleich machen.
Die typischen Fehler
Dezimalkomma. Deutsche Preislisten schreiben 12,90, englische 12.90. Wird das falsch gelesen, wird aus 12,90 € schnell 1.290 €. Prüfen Sie nach jedem Import ein paar Preise stichprobenartig.
EAN in Excel. Excel zeigt lange Zahlen gern als 4,00638E+12 an und speichert sie auch so in die CSV. Die EAN ist danach unbrauchbar. Formatieren Sie die EAN-Spalte vor dem Speichern als Text. Achten Sie außerdem auf führende Nullen, die Excel ebenfalls entfernt.
Umlaute. Ältere Lieferantensysteme exportieren in Windows-1252 statt UTF-8. Dann wird aus „Größe“ ein „Größe“. Speichern Sie die Datei vor dem Import ausdrücklich als UTF-8.
Netto oder brutto? In Preislisten stehen oft mehrere Preise: Einkaufspreis (EK), Händlerpreis, Listenpreis, UVP. Die UVP ist in der Regel ein Bruttopreis für Endkunden, der Listenpreis eines Herstellers meist netto. Ordnen Sie bewusst zu, welcher Preis Ihr Verkaufspreis ist und welcher als Einkaufspreis gespeichert wird.
Falsche Kopfzeilen. Es kommt vor, dass die Überschrift „EAN“ über der Spalte mit Produktnamen steht, weil im System des Lieferanten zwei Spalten vertauscht sind. Werfen Sie vor dem Import einen Blick auf die Werte, nicht nur auf die Überschriften.
Zweite Kopfzeile. Viele Hersteller haben unter der deutschen Kopfzeile eine zweite auf Englisch („Order no.“, „Description“). Diese Zeile muss vor dem Import weg, sonst wird sie als Artikel angelegt.
Steuersatz. Spalten wie „RS“, „Rabattgruppe“ oder „MwSt.-Kennzeichen“ enthalten oft Codes statt Prozentwerten. Ein Steuersatz muss 19 oder 7 (bzw. der Satz Ihres Landes) sein.
Nur Einkaufspreise in der Liste?
Viele Großhändler liefern nur den Einkaufspreis. Den Verkaufspreis müssen Sie dann selbst berechnen, zum Beispiel EK × 1,8 und auf ,90 gerundet. In Excel geht das mit einer zusätzlichen Spalte und einer Formel wie =AUFRUNDEN(B2*1,8;0)-0,1 – die Sie bei jeder neuen Datei wieder anlegen müssen.
Wann sich ein Werkzeug lohnt
Wenn Sie nur einmal eine Datei importieren, reicht der eingebaute Import. Wenn Sie aber mehrere Lieferanten haben, deren Dateien jeden Monat neu kommen, kostet die Aufbereitung jedes Mal Zeit – und jeder Fehler landet direkt im Shop.
Sortimentor nimmt die Datei so, wie der Lieferant sie schickt (Excel, CSV oder PDF), erkennt Titelzeilen, zweite Kopfzeilen, Dezimalformat und vertauschte Spalten selbst und zeigt vor dem Schreiben eine Vorschau mit alten und neuen Werten. Preisregeln wie „EK × 1,8, auf ,90 gerundet“ werden pro Lieferant gespeichert, und jeder Import lässt sich 30 Tage lang rückgängig machen.